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Helikopter-Eltern: Liebevoller Schutz der Kinder oder Übervorsorge?


Heutzutage werden Kinder bereits im Kindergarten im Hinblick auf die spätere Karriere im Berufsleben gefördert. Der steigende Druck führt jedoch nur selten zum gewünschten Ergebnis und kann sowohl die Kinder als auch Eltern belasten. Eine übervorsorgliche Erziehung führt außerdem dazu, dass die Kinder zunehmend unselbständiger werden.

Kinder stehen zunehmend unter Druck

Immer mehr Eltern spornen ihren Nachwuchs zu Höchstleistungen an – und investieren dafür mitunter viel Geld in Trainingsstunden und Unterricht. Die geförderten Kinder verbringen neben dem Aufenthalt in der Kita, im Kindergarten oder in der Schule viel Zeit beim Sport, Tanzen, Musik- oder Sprachunterricht – die Reihe ließe sich fortsetzen.

Die frühkindliche Förderung wird seit Jahren nicht nur intensiver, sie fängt auch immer früher an und nimmt teilweise extreme Züge an, beispielsweise wenn schwangere Frauen ihr ungeborenes Kind mit klassischer Musik beschallen, in der Hoffnung die Musik könnte förderlich für die Intelligenz sein.

Gründe für die zunehmende Förderung der Kinder

Es gibt laut deutschlandfunk.de zwei wichtige Gründe für die zunehmende Förderung der Kinder. Erstens sind die Anforderungen sowohl an die Eltern als auch an den Nachwuchs in den letzten Jahrzehnten in nahezu allen Bereichen im Alltag gestiegen. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die umfassende frühkindliche Förderung nicht als notwendig angesehen, zumindest nicht in dem Ausmaß wie es heute stattfindet. Der gesellschaftliche Druck war damals nicht so groß, dies wirkte sich auch auf die Erziehung aus. In den darauffolgenden Jahrzehnten änderten sich die gesellschaftlichen Bedingungen, z.B. auf dem Arbeitsmarkt. Der Anspruch vieler Eltern, ihrem Kind solle es später besser gehen, erfüllte sich nicht mehr von selbst. Dies läutete den Durchbruch der frühkindlichen Förderung ein, seitdem sind unzählige Ratgeber bezüglich Erziehung und Förderungsmöglichkeiten erschienen. Das Online-Portal http://mami.erdbeerlounge.de/ gibt z.B. allgemeine und hilfreiche Tipps zu den Themen Schwangerschaft, Kindergarten, Schule sowie Informationen rund ums Baby.

Werden Kinder in früheren Jahren in Zukunft weniger spielen, dafür bereits mehr lernen müssen?

Zweitens schwingen bei einigen Eltern die Hoffnung und der Wunsch mit, dass der Nachwuchs durch eine umfassende und vielfältige Förderung die nicht erreichten Ziele von Vater und Mutter verwirklichen können. Die Eltern setzen sich selbst und ihre Kinder mit dieser Haltung unter Druck, dies führt häufig zu Stress beim Nachwuchs, aber auch für die Eltern sind die steigenden Erwartungen eine zunehmende Belastung, die sich zum Beispiel durch eine steigende Anzahl bei den Krankheitsfällen ausdrückt.

Häufigere Burn-out-Erkrankungen bei Eltern

Menschen füllen im Alltag je nach Situation verschiedene Rollen aus und erfüllen damit verbundene Aufgaben. Eltern, die alles perfekt umsetzen wollen, geraten in Gefahr, sich selbst zu überfordern. Im schlimmsten Fall werden sie psychisch krank, leiden unter Burn-out-Erkrankungen oder unter Depressionen. In Medienberichten wird erläutert, dass Burn-out immer häufiger bei Müttern diagnostiziert wird. Dies äußert sich beispielsweise in dauernden Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, verstärkte Unkonzentriertheit, schlechte Laune, häufigeres aggressives Verhalten und Angstzustände. Hauptursachen für die Zunahme bei den psychischen Erkrankungen sind ein konstant hoher Zeitdruck kombiniert mit beruflicher Belastung, die eigenen Erwartungen sowie die geteilten Erfahrungen anderer Menschen.

Neben diesen Gründen leiden viele Mütter zudem unter mangelnder Anerkennung ihrer Leistungen. Kindererziehung und Hausarbeit werden nach wie vor nicht in dem Maße wie eine vollberufliche Tätigkeit angesehen, obwohl viele Frauen zusätzlich berufstätig sind. Gerade alleinerziehende Mütter, deren Zahl in den letzten Jahren angestiegen ist, laufen Gefahr, überlastet zu sein.

In allen Lebensbereichen werden Menschen nach ihren Leistungen beurteilt, die Erziehung der Kinder bildet hierbei keine Ausnahme. Wenn sich Eltern untereinander über ihren Nachwuchs austauschen, werden nicht selten die Schilderungen anderer Elternteile über die positiven Entwicklungen ihres Kindes als eigener Maßstab ausgegeben. Wenn für die Entwicklungssprünge bestimmte Erziehungs- und Fördermethoden für den gewünschten Erfolg verantwortlich gemacht werden, besteht die Gefahr, dass sich die Eltern bei der (früh)kindlichen Förderung ihrer Kinder gegenseitig überbieten. Die Folge: Kinder und Eltern sehen sich mit steigenden Anforderungen und idealtypischen Zielen konfrontiert, die sie kaum erreichen können. Dies kann für Ratlosigkeit und Ärger sorgen.

Gesundes Maß bei der Erziehung und Förderung ist schwierig

Wie aber sollen sich Eltern zukünftig bei der Erziehung verhalten, damit den Kindern einerseits gute Startchancen eingeräumt werden können, andererseits der Nachwuchs nicht schon im frühen Stadium zu sehr überfordert wird? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht, jedoch ist eine Übervorsorge in einigen Bereichen kontraproduktiv. Übervorsorgliche Eltern werden in den Medien als sogenannte „Helikopter-Eltern“ bezeichnet. Wenn Mama und Papa, um im Bild zu bleiben, pausenlos um die Kinder kreisen und ihnen jedes Problem abnehmen, geht dies auf Kosten der Selbständigkeit des Nachwuchses, wie an dieser Stelle nachzulesen ist.

Dies geht so weit, dass nicht mehr die Kinder für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden, etwa wenn sie in einer Schularbeit eine schlechte Note bekommen, sondern die Lehrer mit Klagen und Drohungen konfrontiert werden. Überbehütete Kinder werden einige Herausforderungen scheuen, an die sie sich ohne eine zu stärke Fürsorge vielleicht eher herangewagt hätten. Kinder werden somit nicht zu mündigen Bürgern erzogen, sondern zu unselbständigen Personen. Dies verursacht zum einen mehr selbstauferlegter Stress für die Eltern, zum anderen wird den Kindern ein Stück Kindheit genommen, in der sie eigenen Erfahrungen machen und aus falschen Entscheidungen Rückschlüsse ziehen können. 

Bildquelle:

Bild oben: pixabay.com © Regenwolke0 (CC0 1.0)

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