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Kitakrise in Deutschland

Kitakrise in Deutschland

In Deutschland gibt es zwar einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz – ein- und zweijährige Kinder haben in Deutschland einen Rechtsanspruch auf „frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege – doch die Praxis sieht leider anders aus. Lauscht man bei Gesprächen zwischen Jungeneltern am Spielplatz oder im Café, so handelt es sich meist um das Thema „Hast Du schon einen Kitaplatz“ für Dein Kind?

Kitaplatz verzweifelt gesucht

Alleine in Berlin fehlen insgesamt 10.000 Plätze für die Kita und in Deutschland fehlen laut Experten 300.000 Kitaplätze. Fachkräftemangel und eine besonders hohe Nachfrage sind die Gründe, die hier der Senat in Berlin und die Bundesregierung nicht lösen kann. Auch Eltern, die einen Kitaplatz haben, müssen oft kurzfristig umplanen, weil manche Einrichtungen wegen Personalmangel schon mittags schließen müssen oder wegen Wechsel der Immobilie ihren Standort verlegen müssen.

Ein weiteres Problem ist mittlerweile, dass große Firmen für Ihre Mitarbeiter Kitakontingente kaufen. Unternehmen wie etwa Zalando oder Siemens haben mit bestimmten Kitas Vereinbarungen abgeschlossen, um ein festes Kontingent der Plätze dann vorrangig an Mitarbeiterkinder dieser Unternehmen zu vergeben. Das ärgert vor allem Jungeltern, die nicht für diese Firmen arbeiten und keinen Anspruch darauf haben.

Da es einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gibt klagen auch immer mehr Eltern. Da immer mehr Menschen klagen, entsteht bei der Platzvergabe allerdings ein System der Ungleichheit. Und diese Klagen werden vor allem von Besserverdienern oder Akademikern durchgeführt, für die es kein Problem ist, einen Anwalt dafür zu engagieren. Weniger betuchte Eltern oder Hartz-IV-Empfänger haben dagegen eine Hemmschwelle oder sogar Angst vor Gerichtsprozessen. Dadurch entsteht bei der Platzvergabe dann ein soziales Ungleichgewicht.

Doch welche Alternativen gibt es, wenn man tatsächlich für sein Kind keinen Kitaplatz bekommt und man beruflich darauf angewiesen ist, eine Betreuung für das Kind zu finden? Bekommt man die Kosten erstattet?

Tagesmutter statt Kita
Die Tagesmutter kann eine gute Alternative zur Kita sein oder auch eine Möglichkeit, die Wartezeit zu überbrücken. Die Tagesmutter kümmert sich um Ihr Kind, während Sie in dieser Zeit Ihrem Beruf nachgehen können. Tagesmütter und Tagesväter sind aufgrund der Krise gefragt wie nie, und so muss man für deren Verpflichtung auch schon mal etwas tiefer in die Tasche greifen. Man kann die Kinderbetreuungskosten in vielen Fällen steuerlich geltend machen und eine Tagesmutter oder Tagesvater kümmert sich ausgiebiger um Ihr Kind.

Selbstbetreuung als Alternative zum Kindergarten
Für Mütter in der Elternzeit, die beruflich nicht tätig sind, ist die Selbstbetreuung ihrer Kinder eine gute Alternative. Findet sich wirklich kein Kitaplatz, kann ist die Selbstbetreuung zumindest als Übergangslösung sehr brauchbar sein.

Private Kitas
Zu den Alternativen zählen auch zahlreiche private Kitas, die oftmals jedoch höheren Gebühren verlangen, jedoch vielfach flexibler bei der Platzvergabe sind.

Kostenerstattung
In Berlin gibt es mittlerweile ein erste Urteil des Verwaltungsgerichts, wonach Eltern, die in Berlin keinen Kita-Platz bekommen, auf Staatskosten eine „selbstbeschaffte Hilfe“ bezahlt werden muss.

Fotonachweis: © oksix – Fotolia.com

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