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Kleinkinder im Auto richtig sichern – Das gehört unbedingt dazu

Kleinkinder im Auto richtig sichern – Das gehört unbedingt dazu

Im letzten Jahr ereigneten sich rund zweieinhalb Millionen Unfälle auf deutschen Straßen. Dabei waren in mehr als 308.000 Fällen Personenschäden zu beklagen. Im Durchschnitt kam im Jahr 2015 alle 19 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden, 28.235 Kinder insgesamt. Und: 38 Prozent der verunglückten Kinder wurden als Insassen in einem Pkw verletzt.

So alarmierend die Zahlen trotz eines allgemeinen Rückgangs der Unfallquoten in den letzten Jahren immer noch sind, so besorgniserregend ist die immer noch weitverbreitete Unkenntnis vieler Eltern darüber, was als Grundausstattung unbedingt in jedes Fahrzeug gehört, wenn Kleinkinder und Kinder mit unterwegs sind – und wie sie transportiert werden sollten.

Wohin mit dem Kindersitz?

Die Sommer-Urlaubssaison steht vor der Tür. Wie jedes Jahr planen tausende Familien mit Kindern ihren wohlverdienten Urlaub mit dem eigenen Pkw, Wohnmobil oder Campingbus.

Statistiken belegen, dass Kleinkinder im Alter bis zu sechs Jahren dabei besonders gefährdet sind, da sie oft im Pkw ihrer Eltern unterwegs sind ihre Kindersitze nicht vorschriftsmäßig installiert oder sie nicht richtig angegurtet wurden.

Grundsätzlich werden Kinder im Auto am besten auf altersgerechten Sitzen auf der Pkw-Rückbank befestigt. Erst wenn Kinder älter als 12 Jahre sind oder eine Körpergröße von 150 Zentimetern überschritten haben, dürfen sie nach Paragraph 21 der Straßenverkehrsordnung auch ohne Sitzhilfen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

Grundsätzlich gilt: Die dem Alter und der Größe entsprechende Sitz-Einrichtung muss so geschaffen und installiert sein, dass der der Sicherheitsgurt ausreichend funktioniert. Die Gurte selbst müssen seit 2008 der Prüfnorm ECE 44/03 oder höher entsprechen.

Statistiken haben eindrucksvoll nachweisen können, dass Kinder ohne entsprechende Sitz-Vorrichtung einem sechsmal höheren Verletzungsrisiko bei Auffahr-Unfällen ausgesetzt sind.

Für Babys mit einem Gewicht von bis zu 13 Kilogramm sind Babyschalen erste Wahl. Sie sollten gleichfalls vorzugsweise auf dem Rücksitz platziert sein. Beginnt der Kopf des Kindes über den Rand der Schale hinauszuragen, muss die Schale durch einen Kindersitz ersetzt werden, da etwa im Falle von abrupten Bremsvorgängen der zunehmend ungesicherte Hinterkopf samt Genick und Halswirbelsäule erheblich verletzungsgefährdet ist.

Soll das Kind in Ausnahmefällen auf dem Beifahrersitz mitgeführt werden, muss zwingend der Beifahrer-Airbag abgeschaltet werden.

Denn wenn sich der Airbag bei einem Unfall explosionsartig aufbläht, können Kleinkinder verletzt werden, wenn der Abstand zum Kindersitz nicht groß genug ist. Daher sollten Beifahrersitze mit Kindersitz-Vorrichtung nicht ganz nach vorne gestellt werden, wenn der Beifahrer-Airbag nicht außer Funktion gesetzt werden kann.

Das gilt insbesondere bei rückwärts gerichteten Kindersitzsystemen, die bei aktiven Beifahrer-Frontairbags nicht auf dem Beifahrersitz verwendet werden dürfen.

Der geeignetste Platz für den Kindersitz ist grundsätzlich hinten in der Mitte oder rechts, da das Kind dann auf der Seite zum Gehweg weitgehend ungefährdet ein- und aussteigen kann.

Richtig anschnallen und sichern – aber wie?

Beim Anschnallen ist darauf zu achten, dass einerseits die Gurte stramm sitzen, anderseits das Gurtband noch ausreichend stabil und unbeschädigt ist. Expertenempfehlungen gehen von einem maximal Ein-Finger-breiten Spiel zwischen Gurt und Körper des Kindes aus.

Dabei sollte der Schultergurt mittig über die Schulter, der Beckengurt so tief wie möglich über der Leistenbeuge verlaufen.

Vor dem Hintergrund, dass ein Kindersitz möglichst stabil und kippgeschützt auf dem Autositz befestigt sein sollte, haben sich Isofix-Systeme besonders bewährt. Das genormte Befestigungssystem lässt sich leicht bedienen und gilt zudem als eins der sichersten Systeme, die ein Verrutschen der Sitze im Fahrzeug verhindern helfen.

Dabei gewährleistet das System eine einfache wie feste Verankerung des Sitzes im Auto, die mit Hilfe spezieller, seit 2004 für die Außensitze der Rückbank vorgeschrieben Ösen leicht bewerkstelligt werden kann. Sie befinden sich zwischen Sitzbank und Rücksitzlehne.

Isofix-Sitze können auch mit dem Dreipunktgurt im Auto angeschnallt werden, müssen aber nicht, da die Unfallsicherheit mit Auto-Gurt dabei nicht unbedingt erhöht ist. In jedem Fall ermöglichen Isofix-Befestigungssysteme, dass Babyschalen einen festen und starren Halt im Auto haben und bei Unfällen oder einem Bremsvorgang nicht wegrutschen oder umfallen können.

Kindersitz ist nicht gleich Kindersitz

Nur Sitze, deren Prüfziffer mit 03 oder 04 beginnt, dürfen mittlerweile überhaupt noch verwendet werden. ECE-Zeichen und TÜV-Siegel sind wichtige Qualitätsmerkmale, die für entsprechend hochwertige und in aufwändigen Prüfverfahren ausreichend getestete Produkte stehen.

Vor einem Kauf sollte darüber hinaus überprüft werden, ob der Sitz

– überhaupt in das Fahrzeug passt

– für das Kind bequem genug ist.

Daher sollten sich Eltern vor einem Kauf ausreichend Zeit für Probeliegen beziehungsweise Probesitzen mit ihrem Kind nehmen.

Kindersitze sind jeweils nur auf ein bestimmtes Gewicht ausgelegt und zugelassen, nicht jedoch auf das Alter des Kindes. Es gibt fünf Gewichtsklassen von Kindersitzen (0, 0+, I, II, III). So bezeichnet etwa die Klasse I Kindersitze für Kinder zwischen neun und 18 Kilogramm Körpergewicht. Je nach entsprechender Statur und Körperfülle kann der Sitz demnach etwa für ein Kind unter einem Jahr bis hin zum fünften Lebensjahr geeignet und zugelassen sein.

Erst wenn das Kind richtig im Kindersitz sitzt und angeschnallt ist, kann die Reise beginnen. Dabei sollten Eltern vor der Abfahrt unbedingt noch dafür sorgen, dass sich im Fahrzeug-Innenraum keine losen, ungesicherten schweren oder scharfkantigen Gegenstände befinden. Sie können im Ernstfall zu unkalkulierbaren, lebensbedrohlichen Geschossen werden.

Foto: fotolia.com © detailblick-foto (#81614343)

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