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Wenn der Kinderwunsch zur psychischen Belastung wird





Den Kindernamen auszusuchen, ist ein Privileg werdender Eltern, die darüber hinaus die Vorfreude auf die wachsende Familie genießen. Eine ungewollte Kinderlosigkeit hingegen kann schnell zur Belastung und Zerreißprobe für die gesamte Beziehung werden. Doch der medizinische Fortschritt kann zumindest manchen Paaren dabei helfen, den Kinderwunsch Realität werden zu lassen.

Die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin

Obwohl die Geburtenrate in Deutschland weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt liegt, entschließen sich hierzulande wieder mehr Paare, eine Familie zu gründen. Doch hormonelle Störungen, Infektionen, Probleme mit dem Eisprung oder Krankheiten können den Kinderwunsch erschweren und eine Schwangerschaft unmöglich machen. Betroffenen müssen aber nicht verzweifeln: Die künstliche Befruchtung erlaubt es Paaren, mitunter doch Nachwuchs zu zeugen. Dabei kommen unter anderem folgende Behandlungen in Frage:

  • Insemination: Bei dieser Methode wird das Sperma des Mannes aufbereitet, um die Spermienkonzentration und -qualität zu erhöhen. Das Sperma wird während der fruchtbaren Tage in die Gebärmutter oder Einleiter eingeführt. Die eigentliche Befruchtung der Eizelle findet also im Körper der Frau statt. Erfolgschancen: 10 bis 30 Prozent.
  • In-Vitro-Fertilisation: Im Gegensatz zur Insemination ist die In-Vitro-Fertilisation mit einer aufwendigen und belastenden Behandlung verbunden. Um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen, muss sich die Frau vorab einer Hormonstimulation unterziehen. Die Befruchtung der Eizelle durch das Sperma des Mannes geschieht außerhalb des Körpers der Frau. Verläuft sie erfolgreich, werden die Embryonen nach wenigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt. Erfolgschancen: 20 bis 25 Prozent.
  • In-Vitro-Fertilisation mit Eizellspende: Während die In-Vitro-Fertilisation in Deutschland nur mit dem Genmaterial des Paares vorgenommen wird, ist eine künstliche Befruchtung mit einer Eizellspende auch in einer ausländischen Klinik möglich. Ist die Eizellproduktion der Frau aufgrund organischer Ursachen eingeschränkt, kann es durch die Spende einer gesunden Eizelle doch noch zu einer Schwangerschaft kommen. Nach der Befruchtung der Eizelle wird der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt und hat die Chance, zum Säugling heranzuwachsen.

Auswirkungen auf die Psyche

Alle Methoden der unterstützten Reproduktion sind mit einer gewissen körperlichen und psychischen Belastung verbunden. Nur selten ist bereits die erste Behandlung erfolgreich, weshalb Paare mit mehreren Behandlungszyklen rechnen müssen. Eine dänische Studie (PDF, englisch) untersuchte den Zusammenhang zwischen ungewollter Kinderlosigkeit, anschließender Behandlung und psychischen Erkrankungen. Dazu wurden die Daten von 98.320 dänischen Frauen untersucht, die zwischen 1973 und 2008 wegen ihres Kinderwunsches in Behandlung waren. Das Ergebnis: Bei 45,5 Prozent blieb der Kinderwunsch weiterhin unerfüllt. Das Risiko, aufgrund einer psychischen Erkrankung in ein Krankenhaus zu müssen, stieg parallel um 18 Prozent.

Doch unter der ungewollten Kinderlosigkeit leiden nicht nur Frauen, weshalb eine psychologische Beratung für beide Geschlechter sinnvoll ist. Und wenn die unterstützte Reproduktion doch zum Erfolg führt, dann weiß man spätestens nach der Geburt, für wen man es getan hat.


Bildrechte: Flickr Geschenk fig.1 Torsten Mangner CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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