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Insektenstiche bei Kindern – wie man den Nachwuchs richtig schützt





Der Sommer ist zwar für viele die schönste Jahreszeit, aber nicht nur uns erfüllt der Tatendrang. Auch Insekten sind besonders im Sommer aktiv. Ob nun Mücke oder Wespe, man möchte sie vermeiden, um den unangenehmen Folgen eines Angriffs zu entgehen. Denn so ein Stich kann sich zur Gefahr entwickeln. Das gilt vor allem für Kinder, deren Immunsystem noch nicht stark ausgebaut ist. Deshalb ist es wichtig, den Nachwuchs richtig vor Insekten zu schützen.

Wie man Stiche vermeidet

Um sich zumindest zu Hause keine Sorgen um seine Kinder machen zu müssen, könnte man die Haus-Öffnungen geschlossen lassen, damit Insekten nicht hineinfliegen. Da es im Sommer jedoch heiß ist und man regelmäßig lüften sollte, ist das keine langfristige Option. Dagegen helfen Moskitonetze oder Fliegengitter. Bringt man diese Gitter gegen Insekten an Türen und Fenstern an, hält man zumindest die eigenen vier Wände frei von Fliegen, Wespen und anderen Störenfrieden. Insekten-Netze gibt es mittlerweile sogar für Kinderwägen. Zur Sicherheit sollte man dem Nachwuchs dennoch beibringen, sich bei herumschwirrenden Insekten ruhig zu verhalten und am besten die Eltern zu holen.

Insektensprays oder Gift-Verdampfer sollte man hingegen vermeiden. Wenn man sie nicht richtig anwendet, kann dies zur Schwellung der Schleimhäute und allergischen Reaktionen führen. Oft sind die Inhaltsstoffe zudem für Kleinkinder und besonders für Säuglinge gesundheitsschädlich. Anlockend für Mücken zum Beispiel wirken das Kohlendioxid im Atem und unser Schweiß. Dementsprechend lohnt sich regelmäßiges Waschen. Sprays oder Cremes zum Mückenschutz überdecken zwar diesen Geruch, sind aber für kleine Kinder aufgrund der chemischen Inhaltsstoffe gefährlich.

Außer Haus achtet man am besten darauf, die Kleinen richtig einzukleiden. Wenn die Klamotten enganliegend sind, können sich Insekten nicht darin verfangen. Ist man noch abends unterwegs, sollte das Kind am besten lange Kleidung tragen, die es vor nachtaktiven Mücken schützt. Bienen und Wespen sind nur tagsüber aktiv, man muss sich also am Abend nicht vor ihnen fürchten. Die Kleinen sollten im Sommer immer Schuhe tragen, denn wenn sie auf einer Wiese laufen, können sie aus Versehen auf eine Biene treten. Diese sammeln Blütennektar und sind deshalb in Bodennähe. Tritt das Kind auf sie, fühlt sich das Insekt bedroht und sticht zur Verteidigung zu. Neben der Vorsicht auf Wiesen, sollten Eltern unter anderem in der Nähe von Mülleimern auf ihre Kinder aufpassen.

Die heißen Tage laden zwar zu Picknicks und zum Eis essen ein, aber gerade hier finden sich häufig viele Wespen. Daher ist es grundsätzlich empfehlenswert, Essen und Trinken in Behältern geschlossen zu halten. Wenn die Kleinen fertig gegessen haben, sollte man Reste im Gesicht und an den Händen säubern. Besonders bei den Getränken ist Vorsicht geboten. Wespen können in Gläser und Flaschen krabbeln. Die Kinder sehen diese meist nicht und können sie unbewusst schlucken und einen Stich im Mund erleiden. Ratgeber empfehlen daher Trinkhalme, um dies zu vermeiden. Aber auch darin kann sich ein Insekt verfangen. Am sichersten ist es daher, die Getränke der Kinder immer kurz zu überprüfen.

Wie wirken sich Stiche aus?

  • Mücken

Der Stich einer Mücke ist unangenehm, aber größtenteils harmlos. Das Kind bemerkt ihn meist nicht sofort, sondern erst einige Stunden später. Die Mücke gibt dabei ihren Speichel in die Wunde, um die Stelle zu betäuben und die Blutgerinnung zu stoppen. Dadurch kann sie ungestört mit ihrem Rüssel Blut saugen.

Der entstehende Juckreiz ist zwar ungefährlich, die Kinder sollten die Schwellung dennoch nicht berühren. Im Verlauf des Tages sammeln sich auf ihren Händen viele Bakterien. Diese können beim Kratzen in die Wunde eintreten und führen zu Entzündungen. Am besten zeigt man den Kindern zuvor, dass es andere Mittel gegen das Jucken gibt.

  • Biene, Wespe und Hummel

Bienen, Wespen und Hummeln besitzen am Stachel ihres Hinterleibs eine Giftblase. Bei einem Stich injizieren sie so Gift in die Wunde. Die betroffene Stelle schmerzt sofort und schwillt teils stark an. Dabei unterscheidet sich das Angriffsverhalten bei jedem Insekt.

Der Stachel einer Biene bohrt sich mit Hilfe von Widerhaken in die Haut des Opfers. Da er sich dabei vom Körper löst, stirbt die Biene nach dem Angriff.

Dahingegen können Wespen und Hornissen mehrere Male stechen. Demnach entleert sich der Stachel nicht nach einem Stich, die Dosis des Gifts ist also geringer.

Eine Hummel hebt als Warnung vor einem Stich ihr mittleres Bein dem Angreifer entgegen. Da auch sie ihren Stachel wieder herausziehen kann, gelangt weniger Gift in die Stichwunde.

Die Gefahren eines Insektenstiches

Gepaart mit Nahrungsmitteln gelten Insektengifte als Hauptauslöser allergischer Reaktionen bei Kindern und Jugendlichen. Solch eine Wirkung kann erst dann auftreten, wenn das Kind zuvor bereits einmal einen Stich erlitten hat. Der Körper entwickelt dann Antikörper gegen das Gift. Bei Allergikern führt ein Stich zunächst zu einer Lokalreaktion an der Wunde, gefolgt von einer Allgemeinreaktion im ganzen Körper. Dazu gehören:

  • Quaddeln an der Stichstelle
  • Nesselsucht
  • Juckreiz an Handflächen oder Fußsohlen
  • Schwindel
  • Frösteln oder Hitzegefühl
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • Im schlimmsten Fall: Herz-Kreislauf-Stillstand

Das zuvor erwähnte Szenario mit der Wespe im Getränk ist nur eine der möglichen Ursachen für einen Stich im Mund oder am Rachen. Hier sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, da die Schleimhäute des Kindes anschwellen können. Diese Schwellung kann im schlimmsten Fall die Atemwege zudrücken, was die Luftzufuhr des Stichopfers unterbrechen und zur Erstickungsgefahr führen kann.

Unabhängig vom stechenden Insekt kann es zu einer Infektion kommen, wenn der Nachwuchs zu viel an der Schwellung kratzt, da so Bakterien in die Wunde gelangen. Verstärkt sich die Rötung der Stichstelle oder erleidet das Kind plötzlich Fieber, sollte man zum Arzt, der dagegen Antibiotika verschreibt. Bei schlimmeren Erscheinungen wie einem steifen Nacken, oder wenn sich das Kleine apathisch verhält, sollte man zur Sicherheit in die Notaufnahme fahren, um einer potentiellen Schwellung im Gehirn vorzubeugen.

Stiche richtig behandeln

Mit einem sogenannten Stichheiler kann man die juckende Schwellung lindern. Dieser appliziert Wärme an die Wunde und denaturiert den Speichel der Mücke, welcher den Juckreiz auslöst.

Befindet sich noch ein Stachel in der Wunde, zieht man diesen am besten vorsichtig mit einer Pinzette aus der Haut des Kindes. Dabei sollte man so schnell wie möglich reagieren, da ein Stachel mehr Gift absondert, je länger er in der Haut des Opfers steckt. Die Wunde spült man daraufhin am besten gründlich mit Wasser und Seife aus.

Daraufhin empfiehlt es sich, die Stichstelle zu kühlen, unabhängig ob durch Mücke oder Wespe. Das Eis gibt man nicht direkt auf die Haut, stattdessen wickelt man es in einen Umschlag und legt diesen auf die Wunde. Daneben gibt es viele Kühlungsmittel in der Apotheke. Diese lindern den Schmerz und verhindern, dass die Wunde weiter anschwillt. Hat das Kind einen Stich an Mund, Hals oder Kehle erlitten, sollte man ihm wenn möglich Eiswürfel zum Lutschen geben, um eine Schwellung am Kehlkopf zu lindern und damit die Atemwege freizuhalten.

Sollten weiterhin starke Schmerzen folgen, kann man dem Kind ein geeignetes Schmerzmittel verabreichen. Paracetamol oder Ibuprofen sorgen in der richtigen Dosierung für Abhilfe.

Daneben gibt es auch viele Hausmittel gegen Insektenstiche, zum Beispiel:

  • Spucke auf dem Stich verreiben
  • Halbe Zwiebel auf Wunde pressen
  • Spitz- oder Breitwegerich zwischen Fingen reiben und auf Stelle drücken
  • Gewürznelkenöl auftragen (gegen Juckreiz, beugt Entzündungen vor)

Wie kann man Insektenstichen gezielt vorbeugen?

Man kann sich nie absolut sicher sein, ein Stich kann immer vorkommen. Dementsprechend muss man auf solch eine Situation vorbereitet sein. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei einem Heranwachsenden und Erwachsenen gleich, demnach sollten Angehörige von Allergikern ein Notfalltraining absolvieren. Zusätzlich sollten Betreuer im Kindergarten oder Lehrer in der Schule dem Nachwuchs im Notfall entsprechend helfen können.

Es ist daher immer ratsam, ein Notfallset für Allergien bei sich zu tragen. Dieses sollte die folgenden Gegenstände beinhalten:

  • Schnell wirkendes Antihistaminikum
  • Kortison-Präparat in unkomplizierter Verabreichungsform
  • An das Körpergewicht angepasste Dosis Adrenalin im Autoinjektor
  • Notfall-Plan in schriftlicher Form (Anaphylaxiepass)

Angehörige von Allergikern sollten bereits zuvor die richtige Anwendung der Medikamente lernen, um eine sofortige Behandlung zu ermöglichen.

Bei einer allergischen Reaktion sollte man dennoch sofort den Notarzt unter der Rufnummer 112 rufen und einen „allergischen Notfall“ melden. Während man wartet, soll man das Kind in die Schocklage bringen. Es soll auf dem Rücken liegen und die Beine hochlegen. Dann beruhigt man es am besten und deckt es warm zu, bis der Arzt eintrifft.

Einem anaphylaktischen Schock kann man mit einer Hyposensibilisierung vorbeugen. Ist durch einen Haut- oder Bluttest nach einem Stich eine Allergie nachgewiesen, kann man solch eine Behandlung in Betracht ziehen. Bisher ist dies die einzige Therapie, mit der man lebensbedrohliche Allergie-Reaktionen durch Insektengift vermeiden kann. So durchgehen beispielsweise manche Imker eine Hyposensibiliserung, um das Immunsystem gegen Bienengift zum größten Teil zu immunisieren. Bei Kindern ist so eine Behandlung ab fünf Jahren möglich.

Symbolbild – Biene © pixabay.com Goumbik CC0 Creative Commons

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